Am 19. und 20. Februar 2026 fand das achte Symposium der Ombudspersonen für Gute Wissenschaftliche Praxis in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschafen statt. Das Thema war diesmal “Ombudsarbeit im Spannungsfeld zwischen Vertraulichkeit und Öffentlichkeit”. Mehr als 200 Ombudspersonen und Expert*innen der guten wissenschaftlichen Praxis nahmen an der Veranstaltung teil.
Am öffentlichen ersten Symposiumstag sprachen die eingeladenen Redner*innen zum Umgang mit Ombudsverfahren in der Öffentlichkeit und zur Verantwortung von Ombudspersonen sowie von wissenschaftlichen Einrichtungen und Wissenschaftler*innen selbst. Es gab Vorträge zu Entwicklungen im Wissenschaftssystem, die sich auch auf die gute wissenschaftliche Praxis auswirken, etwa Paper Mills und generative KI. Zudem ging es um die Rolle von Medien bei der Aufarbeitung von Fällen wissenschaftlichen Fehlverhaltens, die auch in der Podiumsdiskussion zum Thema “Wissenschaftliches Fehlverhalten im Spotlight von Medien: Übermäßige Skandalisierung oder Vertrauensbildung durch Transparenz?” besprochen wurde. Die Aufzeichnungen der Beiträge des öffentlichen Tages des Ombudssymposiums 2026 können Sie hier nachverfolgen.
Der zweite Tag des Symposiums fand auch in diesem Jahr nicht öffentlich statt und diente dem Austausch der Ombudspersonen untereinander. Nach Berichten zu Entwicklungen im Ombudswesen gab es fünf Workshops zu Themen, die in der Ombudsarbeit kontinuierlich relevant sind.
Unten finden Sie einen Überblick über das Programm sowie fotografische Eindrücke des Ombudssymposiums 2026. Das ausführliche Programm können Sie hier herunterladen.
Donnerstag, 19. Februar 2026 – öffentlicher Teil der Veranstaltung
Begrüßung und Eröffnung
Begrüßung durch den “Ombudsman für die Wissenschaft” (Prof. Dr. Eric Steinhauer, Sprecher des Gremiums)
Dr. Heide Ahrens, Generalsekretärin der Deutschen Forschungsgemeinschaft und Vorstandsvorsitzende des OWID e.V.
Vertrauen der Öffentlichkeit in die Wissenschaft
Moderation: Dr. Hjördis Czesnick, Leiterin der Geschäftsstelle des OWID
Wissenschaftliche Integrität als öffentliches Interesse: Funktion und Regelungsstrukturen von Ombudsverfahren (Prof. Dr. Klaus F. Gärditz, Universität Bonn, Ombudsperson seit 2022)
Gute wissenschaftliche Praxis vs. Reputations-Ökonomie: Rück- und Ausblicke eines Wissenschaftsnarren (Prof. Dr. med. Ulrich Dirnagl, QUEST Center for Responsible Research, Berlin Institute of Health)
Von der Guten Wissenschaftlichen Praxis zur Guten Wissenschaftskommunikationspraxis: Qualitätsmerkmale und Standards (Prof. Dipl.-Chem. Holger Wormer, Technische Universität Dortmund, Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus, Ombudsperson für die GWP)
New Phenomena of Research Misconduct in Publications and Strategies to Address it
Moderation: Prof. Dr. Erika Kothe, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Mitglied des OWID
Challenges of Paper Mills in Science and Efforts to Correct the Scientific Record (Dr. Anna Abalkina, Freie Universität zu Berlin)
The STM Integrity Hub and Strategies to Ensure Publication Integrity (Joris van Rossum, PhD, Program Director of STM Solutions)
Umgang mit KI im Kontext der guten wissenschaftlichen Praxis
Moderation: Prof. Dr. Eric Steinhauer, FernUniversität in Hagen, Sprecher des OWID
Die Nutzung von generativen KI-Anwendungen in unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen (Dr. habil. Anne K. Krüger, Weizenbaum-Institut e.V.)
Zur Detektion KI-generierter Materialien: Texte, Bilder, Programmcode (Prof. Dr. Debora Weber-Wulff, Hochschullehrerin a.D. und Lehrbeauftragte HTW Berlin, VroniPlag Wiki)
Im Anschluss Q&A und Diskussion mit dem Publikum
Die Beteiligung von Medien bei der Aufklärung von Fällen wissenschaftlichen Fehlverhaltens
Moderation: Prof. Dr. Peter Gierschik, Universität Ulm, Mitglied des OWID
Schikaniert und ausgebeutet? Berichterstattung über möglichen Machtmissbrauch an Forschungsinstituten (Kristin Haug, Redakteurin im Deutschlandressort des SPIEGEL)
Umgang mit öffentlich behandelten Fehlverhaltensfällen an Hochschulen (Sebastian Mense, Pressesprecher der Universität Kasse)
Podiumsdiskussion: Wissenschaftliches Fehlverhalten im Spotlight von Medien: Übermäßige Skandalisierung oder Vertrauensbildung durch Transparenz?
Impulsreferat: Wieviel Öffentlichkeit vertragen Konflikte in der Wissenschaft? (Dr. Jochen Zenthöfer, Freier Journalist, regelmäßige Berichterstattung zu Plagiatsfällen und Missständen in der Wissenschaft, u.a. für die FAZ)
Moderation der Podiumsdiskussion: Monika Seynsche
Teilnehmende:
Prof. Dr. Meike Sophia Baader, Universität Hildesheim, Mitglied des OWID; stellvertretende Vorsitzende des Universitätsverbands zur Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Deutschland (UniWiND)
Marco Finetti, Deutsche Forschungsgemeinschaft, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, ehem. Redakteur (DUZ, Süddeutsche Zeitung) und Buchautor
Dr. Martin Holst, Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen
Dr. Jochen Zenthöfer, Freier Journalist
[Eingeladen war auch Dr. Franziska Davies, Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam und Mitbegründerin der Initiative #metoohistory, die leider kurzfristig absagen musste]Freitag, 20. Februar 2026 – nicht öffentlicher Teil der Veranstaltung
Erfahrungen aus der Ombudsarbeit
Moderation: Prof. Dr. Heinz Kalt, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Mitglied des OWID
Die gemeinsame Ombudsstelle der Berliner Hochschulen (Dr. Thomas Weitner, Koordinationsstelle für wissenschaftliche Integrität, Freie Universität Berlin)
Vorstellung des Projekts „Orientierung zur transnationalen Fallbearbeitung“ (Eva Korus, Österreichische Agentur für wissenschaftliche Integrität (ÖAWI), Koordinatorin der Kommissionsagenden)
Parallele Workshops
1) Image Manipulation: From Detection to Investigation
(Moderation: Dr. Jana Christopher, Image Data Integrity Analyst, FEBS Press (Federation of European Biochemical Societies))
2) Ombudspersonen als Konfliktlots*innen – Dynamiken in Konfliktsituationen reflektieren und Handlungsoptionen in der Ombudspraxis erweitern
(Moderation: Dr. Barbara Hendriks, OWID, Projekt Dialogforen zur Stärkung der GWP, Fachkraft für Konfliktberatung & Mediation; Maria Melms, Ombudsstelle der Universität Leipzig, Coachin)
3) In komplexen Autorschaftskonflikten lösungsorientiert vermitteln
(Moderation: Dr. Britta Anstötz, Freie Universität Berlin, Koordinationsstelle für wissenschaftliche Integrität; Dr. Nele Reeg, OWID, Projekt Dialogforen zur Stärkung der GWP, Fokusthema „Wissenschaftliche Autorschaften“)
4) Zwischen Innovation und Integrität: Generative KI in der Wissenschaftspraxis
(Moderation: Dr. Katrin Frisch, Dr. Nele Reeg)
Impressionen
Fotos von Judith Affolter














































































































