Videos vom Ombudssymposium 2026

Das Thema des Ombudssymposiums 2026 war „Ombudsarbeit im Spannungsfeld zwischen Vertraulichkeit und Öffentlichkeit“. Eine Übersicht des Programms sowie Fotos des Ombudssymposiums 2026 finden Sie hier.

1. Vertrauen der Öffentlichkeit in die Wissenschaft

Herr Prof. Dr. Klaus F. Gärditz (Universität Bonn, Ombudsperson seit 2022) eröffnete die erste Sektion des Ombudssymposiums 2026 mit dem Vortrag „Wissenschaftliche Integrität als öffentliches Interesse: Funktion und Regelungsstrukturen von Ombudsverfahren“.

Prof. Dr. med. Ulrich Dirnagl, QUEST Center for Responsible Research, Berlin Institute of Health, gab im Anschluss in seinem Vortrag „Gute wissenschaftliche Praxis vs. Reputations-Ökonomie: Rück- und Ausblicke eines Wissenschaftsnarren“ einen Überblick über seine Zeit als Wissenschaftler und Kolumnist für das Magazin „Laborjournal“.

Prof. Dipl.-Chem. Holger Wormer (Technische Universität Dortmund, Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus und Ombudsperson für die GWP) ging in seinem Vortrag „Von der Guten Wissenschaftlichen Praxis zur Guten Wissenschaftskommunikationspraxis: Qualitätsmerkmale und Standards“ auf die Rolle wissenschaftlicher Einrichtungen und von Wissenschaftler*innen bei der Kommunikation wissenschaftlicher Erkenntnisse ein.

2. New Phenomena of Research Misconduct in Publications and Strategies to Address it

Dr. Anna Abalkina (Freie Universität Berlin) hielt in der 2. Sektion des Ombudssymposiums 2026 den Vortrag „Challenges of Paper Mills in Science and Efforts to Correct the Scientific Record“ und ging auf die Dimensionen ein, die in sogenannten Paper Mills gefälschte Artikel mittlerweile nachweislich einnehmen.

Im Anschluss ging Joris van Rossum, PhD (Program Director bei STM Solutions) in seinem Vortrag „The STM Integrity Hub and Strategies to Ensure Publication Integrity“ auf verschiedene Initiativen von Verlagen ein, die gemeinsam versuchen, Artikel aus Paper Mills bestenfalls bereits vor der Publikation zu detektieren und aus dem Verkehr zu ziehen.

3. Umgang mit KI im Kontext der guten wissenschaftlichen Praxis

In der nächsten Sektion, die dem Thema KI und GWP gewidmet war, stellte zunächst Dr. habil. Anne K. Krüger vom Weizenbaum-Institut e.V. in ihrem Vortrag „Die Nutzung von generativen KI-Anwendungen in unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen“ erste Ergebnisse einer von ihr zu diesem Thema durchgeführten Studie vor.

Danach gab Prof. Dr. Debora Weber-Wulff (Hochschullehrerin a.D. und Lehrbeauftragte HTW Berlin, und Mitbegründerin von VroniPlag Wiki) einen Überblick über die Möglichkeiten, KI-generierte Inhalte wie Texte, Bilder oder Programmcode zu detektieren.

Im Anschluss diskutierten Prof. Weber-Wulff und Dr. Anne Krüger (Weizenbaum-Institut e.V.) gemeinsam die Fragen und Kommentare des Publikums. Die Diskussion schließt sich an die Aufzeichnung von Frau Prof. Weber-Wulffs Vortrag an.

4. Die Beteiligung von Medien bei der Aufklärung von Fällen wissenschaftlichen Fehlverhaltens

In der vierten Sektion des Ombudssymposiums, die der Rolle der Medien bei Aufklärung von Fällen wissenschaftlichen Fehlverhaltens gewidmet war, stellte zunächst die Journalistin Kristin Haug, Redakteurin im Deutschlandressort des SPIEGEL vor, wie sie Fälle aufarbeitet, die an sie von Betroffenen herangetragen werden. Ihr Vortrag lautete „Schikaniert und ausgebeutet? Berichterstattung über möglichen Machtmissbrauch an Forschungsinstituten„.

Anschließend berichtete Sebastian Mense, Pressesprecher der Universität Kassel, in seinem Vortrag zum „Umgang mit öffentlich behandelten Fehlverhaltensfällen an Hochschulen“ wie diese seiner Erfahrung nach darauf reagieren können, wenn ein Ombudsfall bereits öffentlich in den Medien besprochen wird.

5. Podiumsdiskussion: Wissenschaftliches Fehlverhalten im Spotlight von Medien: Übermäßige Skandalisierung oder Vertrauensbildung durch Transparenz?

Der erste Tag des Ombudssymposiums 2026 schloss mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Wissenschaftliches Fehlverhalten im Spotlight von Medien: Übermäßige Skandalisierung oder Vertrauensbildung durch Transparenz?„, die von Monika Seynsche moderiert wurde. Monika Seynsche ist freie Wissenschaftsjournalistin und u.a. Moderatorin der Sendung Forschung aktuell (Deutschlandfunk). Nach einem Impulsreferat von Herrn Dr. Jochen Zenthöfer diskutierten die folgenden Teilnehmenden auf dem Podium und gemeinsam mit dem Publikum die Rolle der Medien bei der Aufarbeitung von Fehlverhaltensfällen:

Prof. Dr. Meike Sophia Baader, Universität Hildesheim, Mitglied im Ombudsgremium für die wissenschaftliche Integrität in Deutschland (OWID) und stellvertretende Vorsitzende des Universitätsverbands zur Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Deutschland (UniWiND),

Marco Finetti, Deutsche Forschungsgemeinschaft, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, ehem. Redakteur (DUZ, Süddeutsche Zeitung) und Buchautor,

Dr. Martin Holst, Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen, und

Dr. Jochen Zenthöfer, freier Journalist (u.a. regelmäßige Berichterstattung zu Plagiatsfällen und Missständen in der Wissenschaft für die FAZ).